Early Quartets Vol. I

Vorschau

Mit Mozarts zehn berühmten Streichquartetten hat das Leipziger Streichquartett bereits vor Jahren für Furore gesorgt. Jetzt widmet sich das vielfach preisgekrönte Ausnahmeensemble den nahezu unbeachteten Jugendwerken des Salzburger Meisters – mit eindeutigem Ergebnis: Vor allem die unnachahmliche Geschmeidigkeit der Melodien zeigt den überbordenden Einfallsreichtum des noch jungen Genies und lässt die wundervollen Arien und Kantilenen der großen Opern vorausahnen.

Zeitvertreib

Die fünf eingespielten Quartette komponierte Mozart im Alter von 14 bis 17 Jahren, das erste davon, KV 80, während einer Übernachtung auf der Reise nach Mailand in einem Gasthof in Lodi, aus Langeweile, wie Vater Leopold nach Hause schrieb. Und auch wenn noch manches in diesem Werk an die barocke Triosonate erinnert, offenbart sich doch auch hier schon ein sehr eigenständiger Geist: Schon der erste Einsteig der zweiten Violine im dritten Takt des eröffnenden Andante mit einem geradezu sphärischen hohen D lässt aufhorchen, bevor sich die beiden Geigen in idyllischen Terzen vereinen.

 

Überfluss

Vor allem die langsamen Sätze überzeugen, und wenn die Perfektionierung der Satzkunst in den schnellen Sätzen noch nicht immer mit den geradezu sprudelnden Ideen mithalten kann, so entsteht doch immer ein überaus frischer Eindruck, der manche muntere Überraschung bereithält. Besonders im zweiten Satz von KV 159 ist dieThemenfülle derart beeindruckend, dass für eine umfangreiche Ausarbeitung in der Durchführung die Zeit einfach nicht ausreicht; die jugendliche Einsicht reift schon nach nur 20 Takten...

 

Zugabe

Wie in manchen Quartteten aus Haydns Feder beginnt KV 170 mit einem Variationensatz. Aber schon das Thema ist alles andere als konventionell: 

Eine eingeschobene Pause bricht die „klassische“ Symmetrie, und dass nicht alle Variationen genau wie die Vorlage wiederholt werden, sorgt für zusätzliche Spannung. Das Leipziger Streichquartett präsentiert diese Stücke mit der richtigen Mischung aus Unbefangenheit und Souveränität, die jetzt schon Lust auf die Fortsetzung macht!

 

http://www.mdg.de/pdf/1975.pdf

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